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Krampusse und Perchten zum Anfassen

Handgeschnitzte Masken, Fellkostüme, Krampusruten und der Nikolaus begleitet von einem Noriker-Kutschengespann – der Perchtenlauf darf im Advent nicht fehlen. Die Perchten werfen sich jedes Jahr in ihre handgefertigten Kostüme und leben gemeinsam mit den Krampus-Fans das uralte Brauchtum. 

Der Perchtenlauf blickt in Österreich auf eine lange Tradition zurück. Bei diesem christlichen Brauch ziehen der Krampus mit der Rute und der Nikolaus mit einem vollgefüllten Geschenksack durch die Gassen. Dabei werden brave Kinder vom Nikolaus belohnt und unartige Kinder vom Krampus bestraft. Die Krampus-Rute ist im eigentlichen Sinne nicht zum Schlagen gedacht, sondern ein Zeichen für die Fruchtbarkeit – genauso wie die rote Farbe der Krampusse. Neben der Rute ist auch die Glocke ein wichtiges Utensil der Perchten, mit der symbolisch die bösen Geister des Winters bzw. das alte Jahr ausgetrieben werden soll. Die Perchten werden im Volksmund als glücksbringend angesehen und somit – besonders von den Kindern – freudig  erwartet.  

Friedliche Krampusläufe

Eine Pass ist in Österreich ein Begriff für eine Gruppe oder einen freundschaftlichen Zusammenhalt. Der Advent in Saalfelden Leogang hat eine ganz besonders schaurige Pass zu bieten – die Wallnerpass. Über 50 Mitglieder, darunter Kinder und Erwachsene, haben sich der österreichischen Tradition des gewaltfreien Perchtenlaufes verschrieben. „Leider sind die Krampusläufe in den letzten Jahren immer mehr zu Schlägereien und Raufereien geworden. Doch damit vertreibt man nur die Besucher“, sagt Alexander Schäffer, Obmann der Wallnerpass. Die Gruppe wolle das Friedliche am Krampusbrauch zeigen, deshalb sind die Krampusse der Wallnerpass zum Anfassen. „Und es gibt nichts Schöneres als die leuchtenden Kinderaugen, wenn wir mit Glocken, Ruten und Norikerpferden durch die Straßen von Saalfelden Leogang ziehen“, beschreibt Schäffer.  

Mit echter Handwerkskunst zur Krampus-Maske

Bei der Wallnerpass gibt es keine Maske zweimal – jede ist ein Einzelstück und von mühsamer Handarbeit hergestellt. Die Krampus-Gesichter entstehen aus echtem Zirbenholz und werden eigenhändig bemalt, vor einigen Jahren wurde noch die Airbrush-Technik angewandt. Dieser Prozess dauert in etwa 10 Stunden und Alexander Schäffer unterstützt seine Gruppe, vor allem aber die Kinder, so gut es geht. Mit spezieller Technik, Bohrmaschinen und Motorsägen wird die individuelle Maske gefertigt. Das Kostüm selbst wird aus mehreren Ziegen- oder Schaffellstücken zugeschnitten, die zugekauft werden. Da speziell die Felle relativ kostenintensiv sind, hat der Verein immer ein paar Kostüme aus Kunstfell in Kindergrößen lagernd. Die Kostüme der Kinder werden, wenn wieder ein kleiner Krampus aus seinem Kostüm gewachsen ist, an den nächsten weitergegeben.  So müssen die Eltern der Krampus-Kinder nicht alle Jahre für ein neues Fellkostüm aufkommen. 

Je menschlicher, desto furchterregender

Die Gruppe hat sich den schönen, traditionellen Krampus-Masken verschrieben und möchte die Gesichter nicht mit Blut oder unrealistischen Formen verunstalten. Speziell durch Fernseh- oder Kinofilme kommen Kinder oft auf Vorstellungen von einer Krampusmaske, die nicht mehr dem traditionellen Bild entsprechenden. Dem alten Brauchtum nach soll ein Krampus nämlich immer noch ein menschliches, jedoch entstelltes Gesicht haben. Denn hat der Krampus menschliche Züge, also Augen, Mund, Nase etc., so wirkt er viel furchterregender. „Diese Kleinigkeiten machen den traditionellen Krampus aus“, erzählt der Obmann. Für diese Kunst, das Portrait-Schnitzen, hat Alexander Schäffer einen Weiterbildungskurs absolviert. Gemeinsam mit anderen ambitionierten Schnitzern gibt er sein Wissen an die nächste Generation weiter. 

Einmal Krampus, immer Krampus

Zur Wallnerpass kommen Kinder schon in jungen Jahren und sind dann von Anfang an involviert. Unter der Aufsicht der alten Krampusse dürfen die Kleinen ihre Masken schnitzen. „Die Kinder haben eine blühende Fantasie und man muss sie da manchmal sogar ein bisserl bremsen“, schildert Schäffer mit einem Grinsen auf den Lippen. Den ersten Krampuslauf können die Kleinen oft gar nicht erwarten. Nicht umsonst schnuppern Kinder in jungen Jahren die erste Krampusluft und sind dann meist auf Lebenszeit Teil der Wallnerpass – darauf ist die ganze Gruppe stolz. Jene Mitglieder, die über die Zeit Eltern geworden sind, schnitzen heute bereits mit den eigenen Kindern. Durch die Kinder wird die Tradition neu belebt und weitergegeben. 

Alte Tradition weiterleben lassen

Das Brauchtum des Perchtenlaufes in seiner ursprünglichen Form zu zelebrieren bezeichnet die Wallnerpass als „Herzensangelegenheit“. Den Kindern kann somit eine uralte Tradition weitergegeben werden, die komplett auf gewaltsame Handlungen verzichtet und das Schöne hervorhebt. Auch Schäffer hat sich schon im Kindheitsalter als Zuschauer bei Perchtenläufen von den Krampussen begeistern lassen. Mit der Zeit und dem entsprechenden Alter griff er selbst zum Schnitzmesser, um mit eigenen Masken und Kostümen als Krampus zu laufen. Heute freut er sich über den Erfolg seiner Philosophie des friedlichen Krampus-Brauchtums. „Für alle, die den Krampuslauf nicht mehr erwarten können, hat das Museum Schloss Ritzen (Museumplatz 1, A-5760 Saalfelden) eine Sonderausstellung zu bieten. Hier können Krampusse und die „schiache Percht“ von 14.11.2015 bis 29.02.2016 bereits vorab bewundert werden“, sagt Schäffer.


Foto: © Schäffer 


Wann laufen die Perchten?

Krampusse zum Anfassen mit der Wallnerpass

28.11.2015, ab 15.00 Uhr

KIKA Saalfelden

A-5760 Saalfelden, Otto-Gruber-Straße 2

„Fahrt übers Land“ Wallnerpass

5. 12.2015, 20.00 Uhr

A-5760 Saalfelden, Almdorf

Krampusrummel

6.12.2015, 19.00 Uhr

Fussgängerzone und Mittergasse Saalfelden

Krampusse der Wallnerpass besuchen den Weihnachtsmarkt Saalfelden

7.12.2015, ab 17.00 Uhr

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