Kinderschutz auch Sportbereich notwendig
Ein aktuell in Kärnten bekanntgewordener Fall von übergriffigem Verhalten durch einen Sporttrainer zeigt erneut die Notwendigkeit, das heikle Thema sexueller Grenzverletzungen im Sport verstärkt in den Fokus zu rücken.
Der Vorfall macht deutlich, dass klare Richtlinien, verbindliche Schutzkonzepte und konsequente Maßnahmen im Trainingsalltag unerlässlich sind. Die teilweise noch immer sehr autoritären und patriarchal orientierten Strukturen im Leistungs- und Vereinssport müssen kritisch hinterfragt und nachhaltig aufgebrochen werden.
Sportvereine müssen – wie alle Organisationen im Kinder- und Jugendbereich – ein geschütztes und sicheres Umfeld gewährleisten. Dafür braucht es eine intensive Auseinandersetzung mit Kinderschutzkonzepten und deren konsequente Umsetzung. Gerade Vereine, die stark auf ehrenamtlichem Engagement basieren, benötigen dafür entsprechende finanzielle Förderungen, fachliche Begleitung und strukturelle Unterstützung.
Die Österreichischen Kinderschutzzentren stehen betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihrem Umfeld mit einer breiten Palette an kostenlosen, vertraulichen und niederschwelligen Hilfsangeboten zur Seite.
Hilfe im Krisenfall
In den regionalen Kinderschutzzentren in ganz Österreich finden Kinder, Jugendliche sowie ihre Bezugspersonen rasche und kostenlose Beratung im Krisenfall. Ziel ist es, Kinder und ihr Umfeld im Akutfall zu entlasten, Sicherheit herzustellen und gemeinsam weitere Schritte zu klären. Dazu zählen unter anderem die Einschätzung der Situation, Unterstützung bei Entscheidungen sowie die Vermittlung zu weiterführenden Hilfs- und Schutzmaßnahmen. Bei Bedarf werden im Rahmen der Krisenintervention auch Dolmetscher*innen zugezogen.
Direkte und anonyme Beratung für Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche können sich auch direkt und anonym an die Chatberatung der Österreichischen Kinderschutzzentren wenden. Speziell geschulte Fachkräfte beraten vertraulich zu Grenzverletzungen, Gewalt in der Familie oder im sozialen Umfeld sowie zu Machtmissbrauch und sexuellen Übergriffen – auch in jugendlichen Paarbeziehungen. Die Chatberatung bietet einen geschützten Raum, um über belastende Erfahrungen zu sprechen, Fragen zu stellen und Hilfe zu erhalten – unabhängig davon, ob Erwachsene aus dem Umfeld bereits informiert sind. Da Jugendliche erlebte Gewalt häufig zunächst Gleichaltrigen anvertrauen, richtet sich dieses Angebot ausdrücklich auch an junge Menschen, die von Gewalt im Freundeskreis erfahren haben und Unterstützung suchen.
Die Chatberatung steht derzeit Montag bis Freitag von 17.00 bis 21.00 Uhr zur Verfügung.
„Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind und dass es sichere Orte gibt, an die sie sich wenden können“, betont der Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren. „Genauso wichtig ist es, dass Erwachsene hinschauen, Verantwortung übernehmen und bei Verdachtsmomenten nicht wegsehen.“
Die Krisenangebote der Österreichischen Kinderschutzzentren werden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Rahmen der Förderung „Stärkung der Krisenintervention in Österreich“ unterstützt.
Über den Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren:
Der Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren ist die gemeinsame Interessensvertretung der 36 österreichischen Kinderschutzzentren. Zu seinen Aufgaben gehören die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, die Vertretung in politischen Gremien bei kinderschutzrelevanten Themen sowie Initiativen zur Sicherstellung der nachhaltigen Finanzierung der Kinderschutzzentren. Er ist Träger der Fachstelle Prozessbegleitung und der Qualitätssicherungsstelle für Kinderschutzkonzepte.
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